Warum Städte umdenken und zu Smart Cities werden müssen

Die Städte des 21. Jahrhunderts werden immer komplexer – sind Entscheider und CIOs darauf vorbereitet, mit dieser Komplexität umzugehen? Können Unternehmen die geforderten Lösungen für Smart Cities zur Verfügung stellen? Ein Ausblick von Stefan Trondl, Country Manager EMC Austria.

Viele Städte stehen in Zeiten des Budgetdrucks vor dem Problem, zu wenige MitarbeiterInnen im Technologiebereich zu haben. Früher war die digitale Welt recht überschaubar: IT-Services und Web-Betreuung. Doch das vernetzte Zeitalter bringt neue, unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Wie bereits bei der Digital Universe Studie 2013 vorgestellt, wird das Digitale Universum allein im Zeitraum 2005 bis 2020 um den Faktor 300 wachsen. Das sind mehr als 5.200 Gigabytes pro Kopf für die nächsten 5 Jahre.

digital universe

Bis 2020 werden insgesamt 50 Billionen „Smart Objects“ im Umlauf sein und bilden das sogenannte „Internet of Things“ (IoT). Das IoT ist fähig, mittels Sensoren selbstständig Daten zu sammeln. Das heißt konkret: in 5 Jahren werden 40% aller Daten von Sensoren generiert.

Neue Herausforderungen für städtische Regionen

Von dieser immer technologischer werdenden Lage der Umwelt sind keinesfalls urbane Regionen ausgeschlossen. Neue Anforderungen für Städte ergeben sich vor allem in folgenden Bereichen:

  • Verkehrsnetz – wie zum Beispiel Parken
  • Wasser & Luft deren Sauberkeit
  • Verbrechensbekämpfung
  • Zugang zu Bildung und
  • medizinische Versorgung

In vielen Städten beginnt man diese Faktoren aktiv zu berücksichtigen. Ein Beispiel betrifft Smart Parking. Ein Autobesitzer in Paris verbringt in seinem Leben ca. 4 Jahre mit der Suche nach Parkplätzen. Nun gibt es die Möglichkeit, mit Hilfe von Video Analytics und Sensoren die Parkplatzsuche per App und in Echtzeit zu verfolgen und daher wesentlich zu erleichtern.

Neue Apps und Geschäftsmodelle

Uber ist ein Paradebeispiel, wenn es um das Thema „Daten in Echtzeit“ geht. Mithilfe einer App können BürgerInnen einfach ein Taxi bestellen und sehen, wo sich das Taxi befindet. Bezahlt wird ebenfalls über die App – as simple as that!

Auch in Wien gibt es bereits zahlreiche Smart City Projekte eines davon ist „Open Government Data“. Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaft und Forschung können mit den vorhandenen angebotenen Daten selbst neue Anwendungen und Dienste erstellen und profitieren davon. Mehr dazu unter: https://open.wien.gv.at/site/open-data/

Ein weiteres Smart City Projekt ist Handyparken – in vielen Städten in ganz Österreich kann über eine App bequem der Parkschein beantragt werden. Außerdem werden auch Park Informationen und ein Stadtplan angezeigt.

Viele weitere smarte Projekte sind bis 2050 geplant, das Projekt wird unter dem folgenden Motto verfolgt:

“The best quality of life for all inhabitants of Vienna, while minimizing the consumption of resources. This will be realized through comprehensive innovation.”

Ein weiteres Vorzeigebeispiel ist die Stadt Florenz, die viele Smart City Projekte schon umgesetzt hat. Hier ein paar Daten und Fakten:

  • 448.000 User bei der eGovernment Plattform
  • Die Stadt bietet bereits 23 Apps für Einwohner und Touristen an; alle zwei Monate kommt eine neue App dazu.
  • 1400 Wireless LAN Hot Spots in der gesamten Stadt

Die Stadt engagiert sich außerdem für Open Data – freien Datenzugang für alle! Lorenzo Perro von der Stadt Florenz hat dieses „best practice“ Beispiel auf der #MajorCitiesofEurope Konferenz in Hamburg vorgestellt.

Ein Umdenkprozess ist nötig

Die Stadtverwaltungen von Wien und Florenz haben verstanden, worum es geht:  Städte müssen umdenken, Silos gebrochen werden. Die BewohnerInnen von Städten müssen ihre Datenmassen sammeln und die enthaltene Information verwerten. Denn StadtbewohnerInnen wollen, dass ihr Leben einfacher wird.

Und folgende fünf Punkte zeigen, dass bald fast jedes Element des täglichen Lebens datengesteuert wird:

  • Information Economy – Daten werden öffentlich nutzbar gemacht
  • Vernetzte Ecosysteme – die Umwelt wird vernetzter und ansprechbar
  • Erweiterte Entscheidungsfindung – Entscheidungen werden auf Basis von künstlicher Intelligenz getroffen
  • Mulitsensorische Kommunikation – Informationen basierend auf Sensoren
  • Privacy Enhancing Tech – Neue Datenschutzkonrollen in die Hände von VerbraucherInnen legen

Ein Umdenkprozess ist zwingend notwendig, denn nicht nur in Städten ist es wichtig, den EinwohnerInnen mehr digitale Services zu bieten. Dazu kommt, dass MitarbeiterInnen in traditionellen Services nicht mehr im alten Ausmaß gebraucht werden, dafür verstärkt im digitalen Bereich. Städte, die nicht auf den Zug des Transformationsprozesses einsteigen, werden den Ankunftsbahnhof wohl nicht erreichen (oder nur mit sehr viel Verspätung).

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