Start-up 2016: Milchschnitte zum Frühstück

Wenn ein etablierter ITler auf einem Start-up Kongress eingeladen ist, dann kann er was erzählen: Von tollen Jung-Entrepreneuren, interessanten Locations und ungewöhnlichen Buffets.

Das Beta-House in Berlin war in früheren Zeiten ein Gewerbehof. Heute ist es einer der coolsten Co-Working Spaces.

Damit genau der richtige Ort für die erste Transatlantic Alliance Conference. Die Organisation dahinter (Transatlantic Allicance – TAA) organisiert eine internationale Veranstaltungsreihe, die es sich zur Aufgabe macht, Entrepreneure, Start-ups, Investoren und traditionelle Technologiefirmen zu vernetzen. Ich hatte das Vergnügen, bei dieser Konferenz EMC zu vertreten.

Das Line-up an Sprechern, Diskussionsteilnehmern und Vortragenden ließ so manche althergebrachte IT-Veranstaltung alt aussehen: IBM, Amazon, Twitter, Cisco und EMC.

Obwohl man Twitter & Co nicht wirklich zur „Old Economy“ zählen kann und EMC sich selbst gerne als das „größte IT Start-up der Welt“ bezeichnet, hat die Veranstaltung doch gezeigt, dass wir alle in einer neuen Ära ankommen bzw. ankommen müssen:

Man stelle sich vor, auf der Einladung zum Event findet sich der beliebte Punkt: „9:00 Uhr – Frühstücksbuffet“. Gerade richtig, wenn man lieber länger schläft und damit das Hotelfrühstück auslässt. Da freut man sich, wenn der Veranstalter ein nettes Buffet mit allerlei Köstlichkeiten auffährt und man die Zeit während des Frühstücks gleich zum Netzwerken nuten kann. Soweit, so falsch.

EMC Bernhard Grubelnig Milchschnitte
Hier ein Blick auf die vorbereiteten Köstlichkeiten bei der TAA

Kindermilchschnitte, Prinzenrolle und dazu Butterkekse. Schlimm? Wenn man nicht gerade Diabetiker ist: überhaupt nicht! Im Gegenteil. Die Branche der Jungunternehmer und Start-ups zeigt, dass es ihr um wichtigere Dinge als große Buffets geht. Hier geht es nicht darum, dass sich sprichwörtlich die Balken biegen. Sondern, dass man sich in einer ungezwungenen Atmosphäre unterhält, Kontakte knüpft und sich einfach für Neues öffnet.

Die Frühstücksgeschichte sollte nur als Beispiel dienen. Auch der restliche Tag war unkonventionell, aber vom Inhalt her perfekt auf das anzusprechende Klientel abgestimmt. Der Moderator war nicht ein mit allen Wassern gewaschener und in NLP-trainierter Anzugträger. Sondern einer der Organisatoren selbst, der locker im T-Shirt auftritt und auch zugibt, dass er das zum ersten Mal macht. Sehr sympathisch und vor allem authentisch!

Was traditionelle Unternehmen von Start-ups lernen können

Da wäre einmal die mutige Herangehensweise an Problemstellungen. Dadurch, dass die jungen Damen und Herren es gewöhnt sind, mit wenig Kapital und personellen Ressourcen viel zu erledigen, spürt man einfach den Mut der Unbekümmertheit. Wie sonst wäre es möglich, für einen Event dieser Art so viele hochinteressante Sprecher und Diskutanten zu engagieren?

Eine weitere interessante Beobachtung: Die Location und die dazugehörige Infrastruktur für eine Veranstaltung werden (meistens) überschätzt. Wer auf ein Event nur geht, weil dieses im obersten Stock eines 5-Sterne Hotels stattfindet oder weil der Abend bei einer glamourösen Bordeaux-Weinverkostung endet, auf den kann der Veranstalter sicher gerne verzichten. Der Inhalt ist, was zählen muss. Wir alle bekommen – je nach Branche – unzählige Einladungen und könnten jeden Tag der Woche an einem anderen Ort das Buffet stürmen. In Wirklichkeit gehen richtige Entscheidungsträger aber nur mehr auf Veranstaltungen, wo der Inhalt stimmt. Und das ist gut so.

Was bedeutet das für EMC?

Wie kann ich diese Start-ups als Kunden gewinnen? Was ist für diese Branche wichtig, wie kann ich sie bestmöglich unterstützen und zu langfristigen Partnern machen?

Man muss wahrscheinlich den traditionellen Verkaufsprozess hinterfragen und gegebenenfalls verändern: Der „Einkäufer“ eines Start-ups (falls es so jemanden gibt), entscheidet nach anderen Kriterien als der Purchaser eines Großkonzerns. Es geht um Skalierbarkeit, Finanzierungsmodelle, Beteiligungen am Unternehmenserfolg, Know-How Transfer und „ease of use“.

Die wenigsten dieser Unternehmer betreiben eigene IT Abteilungen. Es ist schlicht nicht ihr Kernthema. Jemand, der sich zu 100 Prozent auf den ersten Unternehmenserfolg, Kapitalbeschaffung, etc. konzentrieren muss, kann es sich nicht leisten, komplizierte IT zu betreiben.

Converged IT Systeme in all ihren Ausprägungen und Cloud- bzw. Hybrid Cloud Modelle sind hier eher gefragt, als der Silo-Ansatz, wo innerhalb der IT nach Netzwerk-, Server- und Storage-Infrastruktur unterschieden wird.

Systeme müssen flexibel genug sein, um mit dem Unternehmenserfolg zu wachsen und gegeben Falls auch wieder zu schrumpfen. Das verlangt von uns Herstellern eine dynamische Herangehensweise an Problemstellungen von Start-ups, sowie den Willen, die Enterpreneure nicht nur mit Technologielösungen zu bedienen, sondern auch unser Business Know-how einzubringen.

Innerhalb von EMC befinden wir uns ebenfalls in einem Transformationsprozess. EMC als „größtes Start-up“ in der IT-Branche ist gewillt, die nächsten Facebooks und Googles dieser Welt bestmöglich zu unterstützen und gemeinsam eine neue Ära in der Technologiewelt mitzugestalten.

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