Digital Universe Studie: das Internet der Dinge

Eine Studie von EMC beweist: Die Kommoditäten des Internetzeitalters lassen uns noch wesentlich mehr Daten sammeln, als angenommen. Bis 2020 wird sich die digitale Datenmenge verzehnfachen. Ein Kommentar über das Internet der Dinge von Daniel Pelke, CTO EMC Deutschland.

Wir haben uns verkalkuliert…

…, denn das digitale Universum dehnt sich schneller aus, als wir bisher angenommen haben.

Daniel Pelke CTO EMC Germany
Daniel Pelke CTO EMC Germany

Der EMC Digital Universe Studie zufolge verdoppelt es sich alle zwei Jahre! Die Studie an sich berechnet und prognostiziert die jährlich produzierte Datenmenge. Grundlage dafür sind Forschungsergebnisse und Analysen von IDC. Die Ergebnisse zeigen, dass das Digitale Universum letztes Jahr ca. 4,4 Trillionen GB (Gigabyte) groß war und sich gemäß den Wachstumsprognosen bis 2020 auf 44 Trillionen GB verzehnfachen wird.

Zugegeben, wir sind selbst Teil des Problems. Smartphones mit immer stärkeren, hochauflösenden Kameras oder Fitness-Apps, die 24 Stunden lang Bewegungs- und Vitalwerte aufzeichnen, belegen Speicher in ungeahnten Dimensionen. Zwei Drittel des prognostizierten Speicherbedarfs wird von Personen erzeugt, sei es als Privatperson oder als Mitarbeiter. 85 Prozent des Speichervolumens liegt in der Verantwortung der Unternehmen. Wurden früher Präsentationen am Ende einer Konferenz als Handouts auf Papier oder CD zur Verfügung gestellt, reicht heute schon lange der Downloadlink nicht mehr aus. Ständig sieht man ausgestreckte Arme, die die präsentierten Folien mit dem Smartphone oder Tablet abfotografieren. Wurden die Belege für Reisekosten früher als Original mit der Abrechnung eingereicht, wird heute jeder Beleg sofort abfotografiert, das Foto in die Cloud-Anwendung hochgeladen und leider erst nach Wochen – wenn überhaupt – vom Smartphone wieder gelöscht.

Das ist aber alles nichts im Vergleich zu den Unmengen an Daten, die von Sensoren erzeugt werden. Sensoren sind überall – beispielsweise in Autos, in Maschinen und Geräten, auf der Straße, in Gebäuden, in Smartphones. Sie sind in der Regel mit dem Internet verbunden und speichern ihre Daten in der Cloud. Herzlich willkommen im Internet der Dinge!

Neue Chancen

EMC und IDC sehen im Internet der Dinge nicht nur große Herausforderungen für die IT-Organisation hinsichtlich Menge und Geschwindigkeit der zu verarbeitenden Daten. Im Fokus steht vielmehr die Möglichkeit, mithilfe der Daten neue Wege zu beschreiten. Die fünf wichtigsten Wege sind:

  1. Neue Geschäftsmodelle: Das Internet der Dinge wird den Unternehmen helfen, neue Mehrwerte für ihre Kunden zu erzeugen, schneller und genauer die Markterfordernisse zu erkennen sowie schneller und individueller auf Kundenbedürfnisse zu reagieren.
  2. Echtzeit-Informationen über unternehmenskritische Systeme: Im Internet der Dinge können Unternehmen wesentlich mehr und schneller Daten über ihre Prozesse und Produkte sammeln und verarbeiten, um rechtzeitig neue Einnahmequellen zu erschließen, die betriebliche Effizienz zu verbessern und die Bindung ihrer Kunden deutlich zu erhöhen.
  3. Verbreiterung der Einnahmequellen: Das Internet der Dinge kann Unternehmen helfen, neue Dienstleistungen, basierend auf ihren traditionellen Produkten, anzubieten. Beispielsweise können Hersteller von Getränkeautomaten automatisch ein sensor-gesteuertes Bestandsmanagement für den Anbieter der Getränke mitliefern.
  4. Globale Sichtbarkeit: Durch das Internet der Dinge wird es für Unternehmen leichter, über die Unternehmensgrenzen hinaus zu blicken und die Effektivität und Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu messen.
  5. Effizienter und intelligenter Betrieb: Zugang zu Informationen aus autonomen Endgeräten, wie den heutigen Smart-Grids, bereits an Energieversorgungsunternehmen zu liefern, versetzt Organisationen in die Lage, „on-the-fly“ Entscheidungen über Preisgestaltung, Logistik, Vertrieb, Bereitstellung und Unterstützung zu treffen.

In dem Moment, in dem Unternehmen sich für diese Form des Business entscheiden, werden sie erkennen, dass die Schlüsseltechnologie, um die genannten Ziele erreichen zu können, die sogenannte Dritte Plattform ist. Cloud, Security, Data Analytics und Mobility sind die Eckpfeiler dieser Architektur. Aber das ist ein anderes Thema.

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