Der CIO, sein Team und das “Böse” von außen….

Bernhard Grubelnig, Presales Director EMC Austria, Eastern Europe, Middle East, Afrika
Bernhard Grubelnig, Presales Director EMC Austria, Eastern Europe, Middle East, Afrika

CIOs und IT Abteilungen im Allgemeinen stehen vor einer großen Herausforderung – vielleicht eine der größten, die es in der jüngeren Geschichte der IT gegeben hat. Sie bekommen erstmals ernsthafte Konkurrenz…

Noch vor wenigen Jahren war es völlig normal, dass die interne IT Abteilung eines Unternehmens die unangefochtene „Herrscherin“ über Technologie, Prozesse und EDV relevante Projekte war. Wollte ein Mitarbeiter zum Beispiel neues Equipment in Form eines Notebooks, Desktops oder Telefons, dann hatte er – im besten Fall – Auswahlmöglichkeiten die vom Unternehmen stark eingeschränkt waren und nur wenig Spielraum zuließen. Das langweilige Einheitsnotebook mit viel zu kleiner Festplatte und wenig RAM ließ da ebenso wenig Freude aufkommen, wie das zwei Generationen alte Mobiltelefon, welches so gar nicht mit den neuesten Apps funktionieren wollte. Mit solchen Angeboten lassen sich die neu auf den Arbeitsmarkt drängenden Mitarbeiter und Uni-Absolventen (zu Recht!) nicht hinterm Ofen hervor- bzw. in das Unternehmen locken. Niemand von diesen dynamischen und gefragten Ressourcen kann verstehen, warum er oder sie daheim ein high-end Apple Powerbook verwendet, sich aber „beruflich“ in der IT-Steinzeit wiederfindet.

Noch restriktiver wird es, wenn es um größere Projekte geht. Eine zum Beispiel vermeintlich einfache Anforderung an die IT, die Marketingabteilung bei einer neuen Kampagne mit etwas Serverkapazität und dementsprechendem Speicherplatz zu unterstützen, kann da schon mal zum Spießrutenlauf und Gang zum „Salzamt“ werden. Neben den oft unklaren (oder gar nicht vorhandenen) Servicekatalogen kann in vielen Fällen auch die mangelnde Beratung der IT Abteilung für das „Business“ nicht zur Frustbewältigung beitragen. Vollends in Richtung Resignation werden die Antragsteller getrieben, wenn es in die Verhandlungen um den Zeit- und Projektplan geht. Nicht selten dauert es Wochen und Monate, bis die gewünschten Ressourcen zur Verfügung gestellt werden können. Für ein dynamisches Unternehmen eindeutig zu lang und – im schlimmsten Fall – geschäftsschädigend.

Auch die interne IT von EMC (die immerhin über 65.000 User weltweit betreut) stand vor ähnlichen Problemen. „Shadow IT“ der 90er und 2000er Jahre, die sich in typischen Fällen durch die allseits bekannten Server „unterm Tisch“ gezeigt hat, wurde von Möglichkeiten abgelöst, die so gut wie jeder Mitarbeiter im Handumdrehen „unter der Hand“ kaufen kann: Cloud Storage, virtuelle Serverkapazität und Backup-Möglichkeiten im Internet usw.

All diese Angebote sind nur eine Eingabe von der Kreditkartennummer entfernt – und schon blüht der Wildwuchs in der EDV-Landschaft. Eine interne Umfrage bei EMC Usern, die diese Angebote genutzt haben, hat erstaunliches zu Tage gebracht. Warum nutzen User diese Angebote (der „Bösen“)? Noch dazu, wo sie in einem Unternehmen arbeiten, das selbst Technologieführer und Anbieter von all dieser Services ist?

Ist das Angebot dieser externen Anbieter günstiger? Nicht wirklich – da oft Preisentwicklungen, die zum Vorteil der Kunden wären (wie zum Beispiel der Verfall der Speicherpreise), nicht weitergegeben werden.

Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Auch das kann kein Grund sein – Provider in der Cloud können meistens mit den internen Sicherheitsstandards der Unternehmen nicht mithalten.

Dann vielleicht die Verfügbarkeit? Auch hier Fehlanzeige. Es gibt genügend Beispiele, wo externe Anbieter ungeplante Downtime verursachen oder gar Datenverlust hinnehmen mussten.

Der wirkliche Grund war so verblüffend wie einleuchtend. Grundtenor:
“Wann immer ich bei unserer internen IT um zusätzliche Ressourcen oder gar innovative Projekteanfrage, ist die erste Antwort grundsätzlich: NEIN!“

„Nein – das passt nicht in unser IT Konzept“, „Nein – das können wir nicht“, „Nein – das kann unmöglich in diesem Quartal bereitgestellt werden“, „Nein – das ist sicherheitstechnisch nicht möglich“, etc. etc.

Ungeachtet der oben erwähnten Nachteile griffen die User deswegen immer wieder mal zur Kreditkarte und ersparten sich somit den langen und mühsamen Weg durch die Mühlen der internen IT. Das Resultat bei solchen Vorgehensweisen ist noch schlimmer als beim guten alten Server „unterm Tisch“. Es gibt keine Möglichkeit der Kostenkontrolle, der internen EDV Abteilung wird langsam aber sicher das Wasser (und finanzielle Fluss) abgegraben, Mitarbeiter entfernen sich zusehends von der Vorstellung, dass der erste Ansprechpartner bei Technologieanforderungen im eigenen Haus sitzt.

Eines der größten Probleme aber zeigt sich erst im Laufe der Zeit: Die eigene IT und der CIO verlieren die Position als „Innovationsmaschine“, weil sie eher als Verhinderer und nicht als „Enabler“ gesehen werden.

Wie so oft ist der erste Weg zur Besserung die Einsicht. Auch in diesem Fall. Die Akzeptanz, dass man nicht mehr der „Monopolist“ im eigenen Haus ist, ist Grundvoraussetzung um das Problem in den Griff zu bekommen. Entscheidend ist die Umwandlung der IT von einem „Cost Center“ in ein „Innovation Center“. Genau hier ist der CIO gefragt! Er kann – und muss – die Kraft hinter diese Umwandlung sein. Die IT wird zum Broker zwischen verschiedenen internen UND externen Services, behält aber immer die Kontrolle über die Technologielandschaft – der „Hybrid Cloud“!

Rollen müssen neu überdacht werden. Der gute alte „Sys Admin“ wird zum „Cloud Admin“. Eine Rolle, die beide Welten versteht und im besten Falle transparent miteinander verbinden kann. Mitarbeiter, die wir normalerweise nur bei Herstellern und Systemhäusern kennen, tauchen auf einmal in einer IT Abteilung eines Unternehmens auf und sind absolut kritische Ressourcen:

  • Business Development Manager – Sie helfen, die Brücke zwischen den Fachabteilungen und der IT Abteilung herzustellen und können auf Kundenbedürfnisse schnell und effizient eingehen.
  • Service Manager – Kollegen, die die Verantwortung für ein bestimmtes Service, dessen Weiterentwicklung und Preisgestaltung (!) haben.
  • Quality Assurance Ressourcen – Sie stehen den Mitarbeitern zur Verfügung, wenn es darum geht sicherzustellen, dass SLAs und SLOs eingehalten werden. Wird diese Funktion vernachlässigt, passiert es sehr schnell, dass wieder in alte Muster verfallen wird, weil ein externer Anbieter vermeintlich besseren Service bietet.

Neben den oben genannten Ressourcen gibt es eine Reihe anderer, die vielleicht nicht auf den ersten Blick in die traditionelle (interne) IT passen: Verkäufer, Partner Manager, Hybrid Cloud Architekten etc.

All diese Ressourcen brauchen allerdings eine gute Basis, auf der sie aufbauen können. Damit sind nicht nur solides Training, Umschulung und Ausbildung gemeint, sondern vor allem auch Technologie, die sie in ihrer täglichen Arbeit unterstützt. EMC bietet seit geraumer Zeit innovative Konzepte für das „Software Defined Data Center“ an, die es ermöglichen, eine moderne und Effiziente IT Organisation zu betreiben. Besonders wenn es um Hybrid Cloud Konzepte geht, die vorhandene Infrastruktur – sei es von EMC oder Fremdherstellern – mit Public Cloud Anbietern verbinden und den Usern gegenüber transparent darstellen müssen, hat EMC die Marktführerschaft als „traditioneller“ Infrastrukturanbieter genutzt und seine Partnerschaft mit VMWare in die richtige Richtung getrieben.

Von der untersten Ebene der Infrastruktur bis hinauf in den Bereich der Service Assurance, Abrechnung und den online Service-Portalen für interne User ist EMC mit innovativen Lösungen bereit, Kunden auf Ihrem Weg in die „Hybrid Cloud“ zu unterstützen.

Die eingangs erwähnte Herausforderung kann so zu einer Riesenchance für den CIO und sein Team werden. Eine Chance, die seine Position als „Chief Innovation Officer“ etabliert und für die zukünftig sicher stürmische Zeit festigt.

Bernhard Grubelnig ist Senior Director bei EMC in Wien und für den technischen Presales in den Service Centern in Europa, dem mittleren Osten und Afrika verantwortlich. Er wird als Speaker auf der Confare am 8. CIO & IT Manager Summit 25.-26. März 2015 zu hören sein.

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