Big Data im Wahlkampf

Big Data in der Politik: Das ist ein Wettlauf um die besten und genauesten Daten während des Wahlkampfs und darüber hinaus. Was es bringt? Z.B. eine US Präsidentschaft! 

In Wahlkampfzeiten wie bei der aktuellen Nationalratswahl in Österreich werden wir an jeder Ecke mit Wahlbotschaften konfrontiert. Gefühlt alle zwei Meter buhlt ein freundlich lächelndes oder auch ernst dreinschauendes Gesicht, untermalt von mehr oder weniger markanten Sprüchen darum, mit „seinen oder ihren Themen“ unsere Gunst zu erlangen. Dabei sind die Botschaften aber ebenso wenig willkürlich gewählt, wie die Orte, an denen sie aufgestellt werden. Demografische Daten, Umfragen, Meinungsanalysen und Vergangenheits-Erfahrungen haben hierzu die Daten geliefert. Methoden also, die gerade in nächster Zeit noch deutlich mehr an Bedeutung gewinnen könnten – durch Big Data.

Big Data President

Es gilt als Fakt, dass der Obama-Wahlkampf 2012 vor allem durch das „big data dream team“ der Demokraten gewonnen werden konnte. Die stellten ein System namens Narwhal auf die Beine, das Wähler-Verhalten und Daten zusammenführte und so zielgenaue Mailings und Ansprachen ermöglichte, je nachdem ob einzelne Menschen als „mögliche Spender“ oder Wähler identifiziert wurde. Kombiniert mit intensiven Social Media-Ambitionen ergab das dann am Ende einen hart erkämpften, aber klaren Wahlsieg. Eine Erkenntnis, die sich nun natürlich herum spricht und weltweit immer mehr politische Verbände zu passenden Überlegungen und Aktionen führt. Gerade in den USA, wo die republikanische Partei von Maryland gerade eine Art Feldversuch durchführt, der später national ausgeweitet werden soll: Durch das systematische zusammensuchen von Informationen über die Wählerschaft aus öffentlich zugänglichen Datenpools wie den Grundbüchern, den Mitgliedslisten der National Rifle Association oder über Anfragen via dem Freedom of Information Act konnte die Partei zum Beispiel seinen Wahlkampf-Spendentopf schon um über $ 17.000 Dollar stärker befüllen, als zum damaligen Zeitpunkt geplant war. Aus naheliegenden Gründen sprechen die Politiker allerdings aktuell nicht allzu gern öffentlich über diese Themen.

Lösungen powered by webLyzard

Wenn geredet wird, dann nur über die Bereiche der Big Data Analyse, die zu Erkenntnissen über die Stimmung und Themengewichtung im Volk führen. So sind schon mehrere Parteien bekannt, die sich diverser Lösungen bedienen, die Social Media Kanäle ebenso wie Kommentar– und Artikel-Bereiche großer Medienseiten durchforsten und ganz automatisiert Zusammenhänge herstellen, Stimmungen festhalten und all das auch gleich in Kontext mit den einzelnen Kandidaten setzen kann. EMC-Partner webLyzard kann solche Lösungen beispielsweise anbieten und setzte für die amerikanische Präsidentschaftswahl im Jahre 2008 – also Obamas ersten Sieg – ein entsprechendes Monitoring auf, dessen Ergebnisse auch heute noch verfügbar sind. Hier ist für jedermann nachvollziehbar, wie unterschiedliche Themen im Laufe der Zeit, auf unterschiedlichen Plattformen (Blogs, offiziellen Medien, NGOs), in unterschiedlichen Regionen (US, UK, CA, AUNZ) die mediale Präsenz und auch die Einstellung verändert haben. Dadurch konnten damals in real-time die aktuellen Entwicklungen nachvollzogen werden. So konnten Parteien selbst mit extra angepassten Techniken und Lösungen nicht nur das „Feld sondieren“ können, sondern natürlich auch auf Basis tagesaktueller Infos eventuelle Anpassungen bei ihren Aktivitäten durchführen.

wahl

Der Traum: Ein besseres, tagesaktuelles Verständnis der Parteien davon, was die Wähler denken, was sie interessiert und was die höchste Priorität haben sollte. Wie können wir weiter träumen? Das solche Systeme nicht nur für den Wahlkampf, sondern für die gesamte Legislaturperiode gelten. Denn: Eine Stimme wächst durch Vertrauen – und das kann man nicht in einem 6-wöchigen Wahlkampf aufbauen.

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