Big Data am EMC CIO Summit 2014

Drei große Themen beschäftigte EMC am Connect Summit in Istanbul vor allem: cloud und Virtualisierung, Big Data und Sicherheit und Verfügbarkeit. Lesen Sie hier über die Big Data Breakout Sessions und was unsere Experten dazu sagen.

104270434 - Copy

Nach den spannenden Keynotes (unter anderem von Mohammed Amin) teilte sich der EMC CIO Connect Summit 2014 in Istanbul in drei verschiedene Schienen auf. Big Data war eine davon. Die zentralen Aussagen der Experten behandelten folgende Themen:

  • Big Data als Service für Unternehmen
  • Big Data und die technischen Anforderungen an den Datensee
  • Big Data als soziales Gut
  • Der Wert von Big Data

Währen der Sessions bezogen sich die Experten immer wieder auf Garnters Definition von Big Data: „Big data is high volume, high velocity, and/or high variety information assets that require new forms of processing to enable enhanced decision making, insight discovery and process optimization.” Also hohes Volumen, hohe Schnelligkeit und hohe Varietät an Information, die neue Formen der Datenverarbeitung benötigen.

Big Data als Service

Turkcell uses customer data to provide a traffic map.
Turkcell nutzt Kundendaten für diese Verkehrskarte in Echtzeit.

In der ersten Breakout-Session wurde Turkcell vorgestellt. Der Handynetzbetrieber in der Türkei benutzt Big Data bereits für neue Geschäftsfelder. In seiner Position als Marktführer sammelt Turkcell eine gewaltige Menge Daten von Konsumenten, um das Service stetig zu verbessern. Turkcell verfügt damit nicht nur über Information, wann, wo und wen die Kunden anrufen. Ein Drittel dieser Kunden ist genauestens erfasst. Das bedeutet, Turkcell weiß alles vom Alter über das Geschlecht zur Adresse vom jeweiligen Nutzer. So kann der Handynetzbetreiber intelligente, interaktive Karten zeichnen, auf denen diese Information verwertet wird – etwa in Verkehrsangelegenheiten in Istanbul. Alles in Echtzeit, versteht sich.

Turkcell kann diese Informationen nun gewinnbringend verkaufen. Wie dieses Beispiel beweist, liegen Massen an ungenutzten Daten in Unternehmensspeichern herum, die für Big Data Applications genutzt werden könnten. Ebenso Ärzte, Lehrer oder der Einzelhandel könnte sich Big Data zunutze machen. Dadurch können neue Geschäftsmodelle oder Joint Ventures entstehen. Während der Session wurde schnell die Frage nach der Legalität des Verkaufs solcher Daten aufgeworfen. Fakt ist, dass im Normalfall solche persönliche Daten nicht verkauft oder weitergegeben werden dürfen. Turkcell – und das ist der springende Punkt – verkauft jedoch kein Rohmaterial. Unternehmen können jedoch das bereits analysierte und entpersonifizierte Material, dessen Grundgesamtheit mindestens 60.000 ausmachen muss, weitergeben. So können individuelle Daten zu einer einzelnen Person unmöglich herausgefunden werden.

Technische Anforderungen

Will Schipp von Pivotal beschreibt Data wie folgt: „Processed food is bad for you. Processed data can be either.“ Industriell verarbeitete Lebensmittel sind schlecht für dich. Mit dem verarbeiteten Datenmaterial verhält es sich ähnlich. Laut Schipp ist es beim Arbeiten mit Big Data am wichtigsten, wirklich Rohmaterial in Händen zu halten. Datenseen mit verarbeiteten Daten hingegen bringen nichts und können die Ergebnisse stark verfälschen.

Will Schipp from pivotal is describing the Data Lake.
Will Schipp von Pivotal beschreibt den Datensee.

Diese Grafik zeigt, wie Datenseen auf andere Applications einwirken.

Schipp erklärt, dass die Vorteile eines Datensees darin liegen, dass er sehr kosteneffektiv ist, alle möglichen Formate speichern kann und so genannte „Atomic“ Daten sicher verwahren kann. Datenseen können außerdem vollständig analysiert werden und sind darüber hinaus eine wertvolle Quelle für Next Generation Applications.

The benefits of a Data Lake.
Die Vorteile des Datensees.

Das Soziale Gut

Ashraf Aboulnaga, PhD, vom Qatar Computing Research Institute hat in einer weiteren Session über die Möglichkeit gesprochen, Big Data im sozialen Bereich einzusetzen.

Zuerst erklärte hatte Aboulnaga etwas zu Garnters Modell hinzuzufügen. Er meinte, dass es egal ist, ob man eine Handvoll Megabyte bearbeitet oder gleich mehrere Terrabytes. „Es kommt nur darauf an, dass die Masse ausreichend ist, um meine Hypothese zu untermauern.“ Big Data bedeutet also nicht nur eine Massenfrage, sondern auch eine der Präzision.

Als Beispiel für soziale Verwendung von Big Data führte Aboulnaga micromappers an. Diese Plattform beschäftigt sich mit Umweltkatastrophen in Echtzeit. Dazu werden öffentliche Daten, etwa aus den Sozialen Netzwerken (Fotos), herangezogen. So können Katastrophen sehr rasch bemessen und in ein Rangordnungssystem gebracht werden. Da die meisten Fotos mit Mobiltelefonen aufgenommen werden, verfügen die Bilder auch über GPS-Daten. So können die Katastrophen präzise lokalisiert werden. Dieser Service wird bereits von der UNO genützt, zuletzt während des schweren Taifuns Yolanda auf den Philippinen.

Ashraf Aboulnaga fügte dem hinzu, dass in traditioneller Weise es vier bis sechs Wochen dauern würde, all diese Daten auszuwerten. Mit Big Data Echtzeitapplikationen jedoch kann Hilfe für Katastrophenopfer in viel kürzerer Zeit gewährleistet werden.

Der Wert von Big Data

Peter Neufeld von EMC sprach über den Wert von Big Data. Die digitale Welt mag zwar neu sein, aber es gilt schon lange nicht mehr als überraschend, dass man sich dem anpassen muss, um auch wirklich davon profitieren zu können – Stichwort Transformation. Wenn man sich den Markt nur oberflächlich ansieht, bemerkt man bereits die unglaublich schnellen Veränderungen: Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass Apple so eine Stellung im Handymarkt besetzen würde. Andere Kapazunder wie Facebook oder Twitter haben noch nicht einmal existiert.

EMC führt seine Kunden bereits auf den richtigen Pfad: Big Data und Social für schnellere und genauere Services nutzen. Neufeld führt als Beispiel etwa eine Kooperation von EMC mit Barcley Card an. Dort wurde eine Live-Action-App für Kunden produziert. Auch mit Virgin Media oder JP Morgan Chase bzw. dessen Datenseen arbeitet EMC zusammen, um softwarebasierte mobile und vor allem agile Applikationen zu kreieren. Eine weitere Transformation-Erfolgsgeschichte dreht sich um den britischen Baumarkt b&g, die bereits 2010 ein Programm aufgesetzt haben, das mithilfe der Daten des Unternehmens die Website so konfigurierte, dass die User stärker fokussiert und viel intensiver beschäftigt waren.

Keep your customers engaged.
Beschäftigt eure Kunden.

Zusammenfassung

Big Data ist ein absoluter Schlüsselfaktor und ein Differenziator für Unternehmen im Heute und der nahen Zukunft. Die Relevanz liegt nicht nur darin, möglichst große Datenseen aufzubauen, die mit riesiger Hardware viel Information speichern. Es geht vielmehr darum, diese Daten auch zu nutzen, um die richtigen softwarebasierten Applikationen für die Unternehmen und ihre Kunden zu kreieren. Transformation ist Pflicht, um Teil der digitalen wirtschaftlichen Landkarte der Zukunft zu sein.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *